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DIE MOORSOLDATEN
"Die Moorsoldaten", das bekannteste Lied des deutschen Widerstandes, vielleicht das schönste Lied der deutschen Arbeiterbewegung überhaupt, entstand 1933 im "Staatlichen preußischen Konzentrationslager I Börgermoor (Papenburg)". Häftlinge des KZ Börgermoor veranstalteten eine Zirkusveranstaltung ("Zirkus Konzentrazani") für ihre Mitgefangenen und die SS-Bewacher. Erst nach Auseinandersetzungen innerhalb der KZ-Häftlinge setzte eine Mehrheit die Vorstellung durch. Eines der Argumente war, man müsse der SS demonstrieren, dass man trotz Folterungen nicht zerbrochen worden sei. Zum Schluss der Darbietungen wurde das Lied "Die Moorsoldaten" erstmals gesungen. Der Komponist Rudi Goguel beschrieb die Uraufführung später folgendermaßen: Die sechzehn Sänger, vorwiegend Mitglieder des Solinger Arbeitergesangsverein, marschierten in ihren grünen Polizeiuniformen (unsere damalige Häftlingskleidung) mit geschulterten Spaten in die Arena, ich selbst an der Spitze in blauem Trainingsanzug mit einem abgebrochenen Spatenstiel als Taktstock. Wir sangen, und bereits bei der zweiten Strophe begannen die fast 1000 Gefangenen den Refrain mitzusummen. Von Strophe zu Strophe steigerte sich der Refrain, und bei der letzten Strophe sangen auch die SS-Leute, die mit ihren Kommandanten erschienen waren, einträchtig mit uns mit, offenbar, weil sie sich selbst als "Moorsoldaten" angesprochen fühlten. Bei den Worten "....Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit den Spaten ins Moor" stießen die sechzehn Sänger die Spaten in den Sand und marschierten aus der Arena, die Spaten zurücklassend, die nun, in der Moorerde steckend, als Grabkreuze wirkten." Bereits zwei Tage später wurde das Lied von der Lagerleitung verboten. Auf Kopien wurde es dennoch aus dem Lager herausge-schmuggelt. So hatte z.B. der Mülheimer Otto Gaudig, der als Schuster im KZ Börgermoor arbeitete, das Liedblatt zwischen Sohle und Brandsohle eingenäht, um es sicher aus dem Lager herausbringen zu können. Die erste Fassung von Johann Esser und Wolfgang Langhoff nach der Musik von Rudi Goguel bearbeitete Hanns Eisler 1935 für den Sänger Ernst Busch.