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ARBEITER VON WIEN
Das Lied "Die Arbeiter von Wien" entstand vermutlich 1927, als während der so genannten Julirevolte in Wien 89 Demonstranten durch Schüsse in die Menge getötet wurden. Der Text stammt von Fritz Brügel (1897–1955), einem Wiener Lyriker und Essayisten. Die Melodie wurde von dem sowjetischen Marsch "Weiße Armee, der schwarze Baron" ("Belaja armija, chjornyj Baron", 1918) von Samuel Pokrass (1897–1939) übernommen. Erstmals aufgeführt wurde es 1929 beim 2. Internationalen Arbeiterjugendtag in Wien. Größere Verbreitung erhielt das Lied 1934 während und nach den Februarkämpfen zwischen österreichischer Arbeiterbewegung und faschistischer Regierung und Organisationen. Vor allem in Wien, der Steiermark und Oberösterreich erhoben sich die Arbeiter gegen den Austrofaschismus. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, das Lied "Die Arbeiter von Wien" fand aber Eingang in das internationale antifaschistische Liedrepertoire. Das sowjetische Pokrass-Lied "Weiße Armee, der schwarze Baron" hat mit der Textfassung der "Arbeiter von Wien" außer der Melodie keine inhaltliche Gemeinsamkeit. Dieses stammt aus dem Jahr 1918 und widmet sich dem, im Zuge der Oktoberrevolution entstandenem, russischen Bürgerkrieg zwischen den Weiß- und Rotarmisten. Bei dem österreichischen Lied handelte es sich also um keine Nachdichtung oder Übersetzung des russischen Originals. Eine originalgetreue deutsche Nachdichtung des Liedes, entstand seinerzeit durch den "Roten Frontkämpferbund" (RFB) in Deutschland und trug den Titel "Die Rote Armee". Im Laufe der Jahre kamen verschiedene Nachdichtungen der beiden Lieder aus verschiedenen Ländern hinzu. Ebenso fand die Melodie selbst, auf internationaler Ebene Verwendung in neuen Kampf- und Arbeiterliedern.